Das ist Tell Tax

Tell Tax ist eine mobile Anwendung, welche die Steuerpflichtigen nutzen können, um die Belege für die Steuererklärung via Smartphone einzuscannen und in die elektronische Steuererklärung zu importieren. Dabei können die Belege über das ganze Jahr hinweg gescannt, einer Steuerperiode zugewiesen und kategorisiert werden. Tell Tax wurde von Abraxas im Auftrag der Kantonalen Steuerverwaltung Wallis entwickelt. Sie kann jedoch unabhängig vom jeweiligen System auch von anderen Kantonen in ihre Deklarationslösung integriert werden.

  • Mit Tell Tax können Steuerbelege mit einem mobilen Endgerät gescannt, bearbeitet, kategorisiert und sicher aufbewahrt werden.
  • Die Belege können automatisch in die elektronische Steuererklärung importiert werden.
  • Die Belege können Dritten zur Verfügung gestellt werden (z. B. Treuhänder).
  • Tell Tax ist sicher: Die Kommunikation mit dem Schweizer Server erfolgt verschlüsselt, die Belege auf dem Gerät und die Benutzerdaten werden ebenfalls verschlüsselt und der Zugriff wird mittels Zwei-Faktor-Authentisierung geschützt.

Ausblick:
Künftig können neben dem Titel und der Kategorie auch Belegmetadaten wie beispielsweise der Betrag eines abzugsfähigen Belegs oder der Name des Arbeitgebers erfasst und automatisch in die Steuererklärung eingefügt werden.

An den Best of Swiss Apps 2017 stand Tell Tax auf der Shortlist in den Kategorien Design und Functionality.
abraxas.ch/telltax

 

Mit Tell Tax können Steuerbelege jederzeit gescannt und für die Steuererklärung kategorisiert werden.

«Jetzt kann beim ganzen Prozess auf Papier verzichtet werden»

Mit Tell Tax hat das Wallis als erster Kanton der Schweiz die Tell-Tax-App von Abraxas eingeführt. Albrecht Beda, der Dienstchef der Steuerverwaltung, berichtet im Interview von seinen Erfahrungen und erklärt die Gründe für den Entscheid.

Warum haben Sie sich bei der Steuerverwaltung des Kantons Wallis für Tell Tax entschieden?
Albrecht Beda: Schon seit einigen Jahren können die Walliser Steuerpflichtigen ihre Belege online via VSTax einreichen. Meistens waren und sind dies aber Belege, die schon in elektronischer Form vorliegen, wie zum Beispiel Bankbelege aus dem E-Banking. Damit nun auch die anderen Belege eingescannt und an uns gesendet werden können, haben wir die App Tell Tax bereitgestellt. Damit haben wir die Voraussetzungen geschaffen, um in der Steuerperiode 2017 alle Unterlagen in digitaler Form und ohne Unterschrift bei uns einzureichen. Somit kann beim ganzen Prozess auf Papier verzichtet werden.

Spielt das Standortmarketing bei der Evaluation solcher Projekte eine Rolle?
Sicherlich auch, da wir im Steuerbereich unserem Leitbild (Charta) folgen und uns transparent, familienfreundlich und nahe beim Kunden positionieren wollen.

Wie haben Sie Tell Tax in Ihre Steuersoftware integriert, und wie schwierig war dieser Prozess?
Wir hatten in der Steuererklärungssoftware VSTax ja schon einen Bereich, in den man die Belege nach Kategorien ablegen konnte. Schon in der Steuerperiode 2016 waren wir einer der ersten Kantone, die den elektronischen Steuerauszug ins System importierten. Für Tell Tax mussten wir neu ein Interface entwickeln, damit sich die Kunden mit ihren Tell-Tax-Konten verbinden und ihre Belege für das entsprechende Steuerjahr einspeisen können.

Wie haben Sie dabei die Zusammenarbeit mit Abraxas erlebt?
Es war eine sehr interessante und lehrreiche Zusammenarbeit. Ich glaube, wir haben auf beiden Seiten viel dazugelernt. Abraxas hat uns insbesondere darin bestärkt, immer den Fokus auf den Kunden zu legen.

Wurden Steuerpflichtige in die Entwicklung miteinbezogen?
Bereits bei einer der ersten Testversionen haben wir Kunden miteinbezogen, um so einen Softlaunch starten zu können. Dieser begrenzte Kundenkreis ermöglichte es uns, rasch auf noch vorhandene Probleme eingehen zu können.

Albrecht Beda, Dienstchef der Steuerverwaltung des Kantons Wallis.
«Abraxas hat uns darin bestärkt, den Fokus immer auf den Kunden zu legen.»
– Albrecht Beda, Dienstchef der Steuerverwaltung des Kantons Wallis.

Wie viel Zeit kann eine Steuerverwaltung sparen, wenn die Steuerpflichtigen Tell Tax nutzen?
Die Belege sind entlang der Kategorien bereits geordnet. Für die Veranlagung sind sie dann am richtigen Ort und können schneller aufgerufen werden. Zudem entfällt das Scannen für die Archivierung. Bei Anfragen des Kunden muss kein physisches Dossier auf Papier gesucht werden. Alle Informationen sind im System verfügbar.

Wie erleben Sie das Interesse bei der Bevölkerung und bei den Treuhändern?
Seit wir die Möglichkeit der Delegation der Belege an die Vertreter eingeführt haben, ist das Interesse bei den Treuhändern stark gestiegen. Wenn ein Kunde einzelne Belege nicht abgegeben hat, kann er diese nun einfach Zuhause einscannen und den Vertreter informieren, dass neue Belege für den Download zur Verfügung stehen. Bei den Steuerpflichtigen ist das Interesse ebenfalls gross, da sie die Belege während des Jahres direkt speichern können und dann beim Ausfüllen nur noch importieren müssen.

Konkurrieren Sie damit nicht mit privaten Anbietern wie Dr. Tax?
Unser VSTax und die Dr.-Tax-Lösung existieren schon seit 2004 nebeneinander. Die Steuerverwaltung des Kantons Wallis zertifiziert jedes Jahr die Barcodes und den Internetversand der Steuerdaten via Dr. Tax – es handelt sich somit mehr um eine Zusammenarbeit als um eine Konkurrenzsituation. Schliesslich liesse sich die Tell-Tax-Schnittstelle auch an Deklarationslösungen von Drittanbietern anbinden.

Die Originalbelege müssen beim Steuerpflichtigen ja trotzdem noch zehn Jahre aufbewahrt werden – wo bleibt da der Nutzen für die Steuerpflichtigen?
Dadurch, dass die Belege über das ganze Jahr von den Kunden gescannt und kategorisiert werden, gehen aufseiten des Kunden keine Belege und damit mögliche Steuerabzüge beim Ausfüllen verloren. Aufseiten der Steuerverwaltung reduzieren sich die Nachfragen nach Dokumenten erheblich, da alle Informationen geliefert werden. Es kann somit von einer Win-win-Situation gesprochen werden.

Hat die App das Interesse anderer Kantone geweckt? Hatten Sie Anfragen?
Wir hatten schon Anfragen von anderen Kantonen und das allgemeine Interesse ist sicherlich vorhanden.