Rückblick Forum «Chefsache» 2026 Verantwortungsbewusst statt beliebig: zukunftsfähig handeln und entscheiden

Zum 16. Mal bot der beliebte Networking-Event «Chefsache» Raum für Austausch und neue Perspektiven: Die Teilnehmenden erhielten praxisnahe Einblicke, wie verantwortungsvolle Entscheidungen auch in unsicheren Zeiten gelingen und kurzfristige Interessen mit langfristiger Verantwortung in Einklang gebracht werden können. Unser Veranstaltungsrückblick mit zusätzlichen Videoinhalten.

Mit dem Motto «Verantwortungsbewusst statt beliebig: zukunftsfähig handeln und entscheiden» eröffnete Abraxas-CEO Reto Gutmann den diesjährigen Anlass. In seiner Einführung stellte er eine zentrale Frage in den Fokus, die Führungskräfte in der öffentlichen Hand aktuell besonders beschäftigt: Wie bleibt Führung handlungsfähig, wenn Entscheidungsgrundlagen komplexer werden, Zielkonflikte zunehmen und die Erwartungen aus Politik, Verwaltung und Gesellschaft gleichzeitig steigen?

Im anschliessenden Gespräch mit Moderatorin Regula Späni wurde deutlich, was verantwortungsbewusstes und zukunftsfähiges Handeln in der Praxis bedeutet. Aus Sicht von Reto Gutmann erfordert es, die Auswirkungen des eigenen Handelns ganzheitlich zu betrachten, Entscheidungen bewusst und mit langfristiger Perspektive zu treffen sowie Ressourcen nachhaltig einzusetzen. Ebenso zentral sind eine sorgfältige Abwägung von Risiken, der gezielte Einsatz von Innovationen sowie der Aufbau resilienter Strukturen und kompetenter Mitarbeitenden – als Grundlage für eine leistungsfähige und zukunftsorientierte Organisation.

Im Experteninterview: Der Politikwissenschaftler und Meinungsforscher Michael Hermann spricht über Besonderheiten der Schweizer Demokratie und Herausforderungen im Digitalzeitalter. (Video: Samuel Näf)

Inputs aus Politik und Gesellschaft: Gemeinsinn als Schlüssel in bewegten Zeiten

Michael Hermann, Politikwissenschaftler und Meinungsforscher von Sotomo, ordnete das Thema in seinem Referat in den grösseren Kontext einer «Zeit ausser Rand und Band» ein. Er zeigte auf, wie sich politische Debatten verändern und warum damit auch der Blick aufs «grosse Ganze» unter Druck gerät.

Hermann erinnerte daran, dass «Nachhaltigkeit» in der Schweizer Demokratie über Jahrzehnte auch bedeutete, sich bei neuen Herausforderungen am Gemeinwohl zu orientieren und einen liberal geprägten Gemeinsinn zu entwickeln. Dieser Gemeinsinn – so seine These – drohe zu erodieren. Umso wichtiger sei es, Verantwortung in Führung und Politik nicht nur zu deklarieren, sondern aktiv zu gestalten.

Inputs aus der Wissenschaft: Menschen für Veränderung gewinnen – ohne erhobenen Zeigefinger

Wie wird nachhaltiges Verhalten zur breiten Bewegung – statt ein Thema für wenige Überzeugte zu bleiben? Dieser Frage widmete sich Johanna Gollnhofer, Professorin für Marketing und Direktorin Marketing & Customer Insight an der Universität St. Gallen.

Aus ihrer Forschung und dem Buch «Das 60-%-Potenzial – mit Marketing die breite Masse für grünen Konsum begeistern» leitete sie eine klare Erkenntnis ab: Wer Transformation will, muss Menschen nicht belehren, sondern begeistern. Entscheidend seien Angebote, die alltagstauglich sind, echte Mehrwerte schaffen und die Hürde zur Veränderung senken. Nachhaltige Lösungen müssten verständlich, attraktiv und erreichbar werden, erst dann verlassen sie die Nische.

Digitalisierung & grüne Verhaltensweisen: Wer Transformation wolle, müsse Menschen nicht belehren, sondern begeistern, so Johanna Gollnhofer, Professorin an der Universität St. Gallen. (Video: Samuel Näf)

Inputs aus dem Spitzensport: Mut, Präzision und mentale Stärke

Einen inspirierenden Perspektivenwechsel bot Angelica Moser, Schweizer Rekordhalterin im Stabhochsprung und international erfolgreiche Athletin. Im Talk mit Moderatorin Regula Späni gewährte sie Einblicke in ihren Weg zwischen Trainingsalltag, Studium, Erfolgen und Rückschlägen sowie darüber, was es braucht, um in entscheidenden Momenten Leistung zu bringen.

«Anlauf, Einstich, Absprung, die Akrobatik am Stab» diente als Metapher für Führung. Vorbereitung ist zentral – entscheidend sind jedoch Fokus, Mut und mentale Stärke im Moment der Entscheidung. Moser zeigte auf, wie Vertrauen, der Umgang mit Fehlern und das Aufstehen nach Rückschlägen zukunftsfähiges Handeln ermöglichen.

Wie digital ist eigentlich der Spitzensport? Angelica Moser spricht im Interview über Hilfsmittel im Trainingsalltag und wann sie bewusst abschaltet. (Video: Samuel Näf)

Magie der leisen Töne: Staunen als Denkimpuls

Für einen ebenso unterhaltsamen wie verblüffenden Abschluss sorgte Zauberweltmeister Pat Perry. Mit ruhiger Präzision und feinem Gespür stellte er Naturgesetze scheinbar auf den Kopf, las Körpersprache – und vielleicht sogar Gedanken.

Seine «Magie der leisen Töne» zeigte: Nicht die lautesten Botschaften entfalten die grösste Wirkung. Gerade das Staunen öffnet Räume für neue Perspektiven.

Mit vielen neuen Impulsen, spannenden Gesprächen und einem angeregten Networking klang der Anlass im Apéro riche aus, ganz im Sinne der «Chefsache»: Verantwortung teilen, Perspektiven wechseln und Entscheidungen zukunftsfähig gestalten.

Verblüffende Tricks vom Zauberweltmeister Pat Perry. (Bild: Florian Brunner)